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Brückenschläge und Schlagworte

Tag: identität

Mitteilsamkeit

Früher habe ich alles, was mich bewegte, erzählt. Ich hatte tatsächlich keine Geheimnisse. Alles, was in mir los war, wusste irgendjemand. Das meiste wussten sehr viele Leute. Es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass es mir gar nicht gut tut, mich jedem zu öffnen und dass es auch nicht jeder verdient. Noch länger hat es gedauert, bis ich verstand, dass ich meinem Gegenüber gar nicht immer einen Gefallen tue, wenn ich mich öffne. Natürlich ist es ein Vertrauensbeweis, jemandem persönliche DInge von sich zu erzählen. Es kann aber auch eine Last sein, die eine Freund- oder gar nur Bekanntschaft nicht zu ertragen imstande ist.

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Sich wichtig nehmen

Meine Zwanziger bestanden zu großen Teilen darin, herauszufinden, wer ich bin und dem ein unglaubliches Gewicht beizumessen. Ich gratuliere an dieser Stelle allen, die diese Dekade für andere, vielleicht wichtigere Dinge genutzt haben. Bei mir war die Suche nach mir selbst, die ich auf allen möglichen Metaebenen zu reflektieren versuchte, sehr ausgeprägt. Ich war zehn Jahre lang ständig damit beschäftigt, mir Herausforderungen zu suchen, an denen ich wachsen konnte, und ich habe es geliebt, dieses Wachsen.

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Fluchtgeschichten

Der @kurzhaarschnitt hat hier über seine Oma gebloggt. Die @mettministerium hat hier über ihre Familie gebloggt. Die @meg_gyver hat schon letztes Jahr hier über sich selbst gebloggt. Fluchtgeschichten. Flüchtlingsgeschichten. Vertriebenengeschichten. Sie haben in diesem Sommer eine ganz neue Bedeutung bekommen.

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Hauptsache nicht Mitte 30!

Ist es eigentlich normal, dass man sich mit Anfang 30 irgendwie immer noch mit dem Erwachsenwerden auseinanersetzt? Es ist ein Klischee, ein unfassbar ausgelutschter Gemeinplatz, diese Überlegung: „Ich dachte, in meinem Alter hätte ich…“ Trotzdem scheint sich beinahe jeder damit zu beschäftigen. Ich dachte, mit Anfang 30 hätte ich…

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Die Kunst der Argumentation

Menschen etwas beizubringen ist eine der erfüllendsten, sinnstiftendsten und beglückendsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann. Ich unterrichte für mein Leben gern, auch wenn es mich manchmal in den Wahnsinn treibt. Die Relevanz von Bildung steht mir dieser Tage einmal mehr sehr deutlich vor Augen. Denn unter Bildung verstehe ich nicht nur Wissen oder nur Können, sondern viel mehr, auch wenn Kenntnisse und Fähigkeiten zur Bildung dazugehören. Aber Bildung ist mehr als die Summe ihrer Teile.

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Heimat auf Zeit

Bald lebe ich schon vier Jahre in der großen Stadt. Außer in der Stadt, in der ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin, habe ich noch nirgends so lange gelebt. Auslandsaufenthalte, Studienortswechsel und Reisen haben mein Leben zerrissen und auf das Zauberhafteste wieder zusammengesetzt zu einem bunten Flickenteppich unterschiedlicher Heimaten auf Zeit. Sie sind alle Teil meines Lebens, keine wil ich missen. Und doch muss ich gestehen, dass sie mit jedem Umzug schwerer zu beantworten war, die Frage danach, wo ich eigentlich hingehöre.

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