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Brückenschläge und Schlagworte

Category: Netzwelt

Farbe bekennen

Es ist so: Ich habe auch Senf zu Meike Lobos Feminismus-Kritik abzugeben. Oder zu Nils Pickerts Replik darauf. Mir fällt so einiges dazu ein, warum ich zwar Julia Klöckners Tweet übers AfD-Wählen völlig daneben fand, warum ich aber gleichzeitig der Meinung bin, dass der Tumbler Die Methode Klöckner ungünstigerweise eine echte Kritik nahezu unmöglich macht. Blogposts, die das AfD-Wahlprogramm kommentieren oder sich in irgendeiner Form konstruktiv mit wichtigen Argumenten gegen diese Partei beschäftigen, waren in meinem Kopf schon halb ausformuliert. Auch der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf und die Tatsache, dass Ted Cruz politisch mindestens so unerträglich ist wie Donald Trump, beschäftigen mich. Die übermäßige Häufung von Links in den ersten Sätzen dieses Textes erklärt, warum ich all das bisher nicht aufgeschrieben habe: Es gibt schon alles.

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Die Bodenlosen

Ich habe mich gestern fürchterlich über etwas geärgert. Wie in 35% der Fälle, in denen ich mich fürchterlich ärgere, geht es um etwas, das ich auf Twitter gelesen habe. Sollte diese Quote jemals auf über 50% steigen, werde ich tatsächlich mal über Konsequenzen nachdenken müssen. Bis dahin werde ich einen kleinen Rant schreiben. Das hat ja auch was Kathartisches.

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Selfiekram und Brustdilemma

Auf Twitter kursierte heute der Hashtag #montagslächeln, unter dem Menschen Photos posteten, auf denen zumeist nichts zu sehen war als ein lachender Mund. So weit, so schön diese kleine Geste gegen das übliche Montagsmimimi. Ich bemerkte, dass auf den Photos einiger Frauen ihre Ausschnitte deutlich stärker im Mittelpunkt standen als ihr Lächeln. Man kann darüber denken, was man will. Meine Meinung verpackte ich in einem Tweet. Schnell hatte ich drei, vier Reaktionen, die genügten, dass ich den Tweet wieder löschte, denn ich habe keine Lust auf unsinnige Diskussionen in 140 Zeichen. Wer meine ausführliche Meinung hier lesen und kommentieren möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

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Die Kunst der Argumentation

Menschen etwas beizubringen ist eine der erfüllendsten, sinnstiftendsten und beglückendsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann. Ich unterrichte für mein Leben gern, auch wenn es mich manchmal in den Wahnsinn treibt. Die Relevanz von Bildung steht mir dieser Tage einmal mehr sehr deutlich vor Augen. Denn unter Bildung verstehe ich nicht nur Wissen oder nur Können, sondern viel mehr, auch wenn Kenntnisse und Fähigkeiten zur Bildung dazugehören. Aber Bildung ist mehr als die Summe ihrer Teile.

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Twitter ändert *ich

Twitter ändert dich. Twitter ändert sich.

Vor einem Jahr hätte ich hier einen ganz anderen Text über Twitter geschrieben als heute. Vermutlich wäre es eine Liebeserklärung gewesen. Vielleicht auch eine lange Reflexion darüber, dass meine Freunde aus dem so genannten RL nicht nachvollziehen können, wie etwas Virtuelles so viel Raum im Leben einnehmen kann. Eine Verteidigung dieser Welt und ihres ganzen wunderbaren chaotischen Zaubers. Denn auch ich habe ja vorher nicht damit gerechnet, dass man da ehrliche Unterstützung und tiefe Enttäuschung, lautes Lachen und bitterliches Weinen, echte Liebe und ebenso echten Liebeskummer finden kann.

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