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Brückenschläge und Schlagworte

Tag: staunen

Reisen heilt

Fernweh ist Teil meiner Persönlichkeit. Ich habe mich längst daran gewöhnt. Die Welt birgt einfach zu viele zauberhafte Wunder, um sich nicht danach zu sehnen, sie alle zu entdecken. Ich bin von Natur aus neugierig und wissensdurstig. Dass ich reiselustig bin, ist ein Nebenprodukt davon – genau wie meine Freude am Lesen. Meine Sehnsucht nach der Ferne ist die gleiche wie die nach Geschichten. Mich dürstet nach Erfahrungen. Ob ich sie in einem fremden Land oder vor der Haustür, in einem Buch oder im wahren Leben sammle, ist zweitrangig.

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Weg von hier

Wenn die Dinge über mir zusammenschlagen und mich unter sich begraben; wenn ich in einem Konflikt mit geliebten Menschen stecke und dem Problem mit meinen gewohnten analytischen Gedankenwälzereien nicht beikommen kann; wenn ich wieder wegen geringster Kleinigkeiten anfange zu heulen und nicht verstehe, warum; wenn ich anfange, mich selbst nicht besonders leiden zu können, dann ist mein Impuls immer der, wegzufahren. Am besten an einen Ort, den ich nicht kenne und mit nichts verbinde. Nur raus. Weg von hier.

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Seliges Erstaunen

Es ist ein kalter Nachmittag im Februar, und ich laufe durch meinen Kiez nach Hause. Ich habe mich gegen den Bus entschieden, weil der um diese Zeit immer grauenhaft voll ist und sich unangenehm durch die Rush Hour ruckelt, so dass mir zwischen den behornbrillten Hipstern mit Jutebeuteln, den bekopftuchten Muttis mit Einkaufskörben und den bezahnspangten Schulkindern mit Primark-Tüten immer ein bisschen übel wird. Also laufe ich, und da ich heute keine Termine mehr habe, gerate ich ins Schlendern und Spazieren, mein Gang wird langsamer, gemütlicher, und obwohl mein kalter Atem an meinem Schal unangenehm kondensiert, genieße ich die frische Winterluft und die Tatsache, dass ich Zeit habe und mich nichts zur Eile antreibt.

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