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Brückenschläge und Schlagworte

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Sich wichtig nehmen

Meine Zwanziger bestanden zu großen Teilen darin, herauszufinden, wer ich bin und dem ein unglaubliches Gewicht beizumessen. Ich gratuliere an dieser Stelle allen, die diese Dekade für andere, vielleicht wichtigere Dinge genutzt haben. Bei mir war die Suche nach mir selbst, die ich auf allen möglichen Metaebenen zu reflektieren versuchte, sehr ausgeprägt. Ich war zehn Jahre lang ständig damit beschäftigt, mir Herausforderungen zu suchen, an denen ich wachsen konnte, und ich habe es geliebt, dieses Wachsen.

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Fluchtgeschichten

Der @kurzhaarschnitt hat hier über seine Oma gebloggt. Die @mettministerium hat hier über ihre Familie gebloggt. Die @meg_gyver hat schon letztes Jahr hier über sich selbst gebloggt. Fluchtgeschichten. Flüchtlingsgeschichten. Vertriebenengeschichten. Sie haben in diesem Sommer eine ganz neue Bedeutung bekommen.

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Früher war weniger Angst

Seit einer halben Ewigkeit liegt ein Tweet ungetwittert in meinem Entwürfeordner, weil ich nicht weiß, wie ich ihn zu Ende schreiben soll. Er besteht nur aus einem simplen Satz, an dem doch (m)eine ganze Erfahrungswelt hängt, und ich fürchte, dass ich ihn so nicht in die Welt schicken kann, denn er trägt für mich eine Bedeutung, die man da draußen wahrscheinlich nicht in ihm erkennen kann. Ich müsste ihn ergänzen, um mich zu erklären, aber ich weiß nicht, womit oder durch was. Bisher steht da nur: „Ich hatte mal so viel weniger Angst.“

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Hauptsache nicht Mitte 30!

Ist es eigentlich normal, dass man sich mit Anfang 30 irgendwie immer noch mit dem Erwachsenwerden auseinanersetzt? Es ist ein Klischee, ein unfassbar ausgelutschter Gemeinplatz, diese Überlegung: „Ich dachte, in meinem Alter hätte ich…“ Trotzdem scheint sich beinahe jeder damit zu beschäftigen. Ich dachte, mit Anfang 30 hätte ich…

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Die Bodenlosen

Ich habe mich gestern fürchterlich über etwas geärgert. Wie in 35% der Fälle, in denen ich mich fürchterlich ärgere, geht es um etwas, das ich auf Twitter gelesen habe. Sollte diese Quote jemals auf über 50% steigen, werde ich tatsächlich mal über Konsequenzen nachdenken müssen. Bis dahin werde ich einen kleinen Rant schreiben. Das hat ja auch was Kathartisches.

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Reisen heilt

Fernweh ist Teil meiner Persönlichkeit. Ich habe mich längst daran gewöhnt. Die Welt birgt einfach zu viele zauberhafte Wunder, um sich nicht danach zu sehnen, sie alle zu entdecken. Ich bin von Natur aus neugierig und wissensdurstig. Dass ich reiselustig bin, ist ein Nebenprodukt davon – genau wie meine Freude am Lesen. Meine Sehnsucht nach der Ferne ist die gleiche wie die nach Geschichten. Mich dürstet nach Erfahrungen. Ob ich sie in einem fremden Land oder vor der Haustür, in einem Buch oder im wahren Leben sammle, ist zweitrangig.

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Beste Freundinnen

Meine beste Freundin im Kindergarten hieß Lea. Lea hatte krause Locken und eine kleine Schwester, die erst langweilig war, weil sie immer schlief und dann nervte, weil sie immer durch das Kinderzimmer krabbelte. In der Grundschule war meine beste Freundin Aiko. Sie kam aus Japan und wir haben uns in der zweiten Klasse gestritten, weil sie immer meine Bilder in Kunst abgemalt hat und nie eigene Ideen hatte. In der dritten Klasse wurde Paulina meine beste Freundin. Sie war klein und zerbrechlich und schenkte mir zum Abschied in der Grundschule eine selbstgebastelte Muschelkette.

Von keiner der drei habe ich heute eine Telephonnummer, Emailadresse oder auch nur den Facebookkontakt.

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Versehrt

Ich bin versehrt,
das heißt, fehlerhaft, angegriffen, hilfsbedürftig…
aber kann es nicht auch heißen: ver-sehr-t,
wenn aus einem regulären Gefühl ein großes Gefühl erwachsen ist?

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Blaue Albernheit

Tage, an denen man meint, sich niemandem zumuten zu können, weil man sich selbst allein schon so unendlich viel zu viel ist.

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Ungeliebte alte Freunde

Mich besuchen dieser Tage ein paar alte Freunde. Wir kennen uns schon sehr lange, deshalb können wir uns gegenseitig nichts vormachen. Ich weiß, wie sie ticken, und sie wissen, wie ich ticke. Vor allem wissen sie, wie sie mich auf die Palme bringen und so richtig fertig machen können – wie es nur die vermögen, die uns am allernächsten stehen. Ich habe sie übrigens nicht eingeladen. Sie haben sich einfach so auf meinem Sofa breit gemacht.

Gute alte Selbstzweifel.

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