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Brückenschläge und Schlagworte

Muttertag

Früher hat es mich sehr geärgert, wenn man mir gesagt hat, dass ich manche Dinge erst verstehen würde, wenn ich älter bin. Inzwischen kann ich gut damit leben, dass ich manche Dinge nie verstehen werde. Vor allem aber wächst in mir die Erkenntnis, dass Verstehen nicht immer der Heilsbringer ist, für den ich es halten möchte. Manche Dinge werden nur grausamer, je mehr ich darüber weiß.

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Magdalena

„Hättest du das gedacht, als wir Abi machten?“ fragt sie mit einem süffisanten Lächeln. Und setzt dann hinzu: „Ach, wahrscheinlich schon.“ Ein wenig spöttisch.

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Farbe bekennen

Es ist so: Ich habe auch Senf zu Meike Lobos Feminismus-Kritik abzugeben. Oder zu Nils Pickerts Replik darauf. Mir fällt so einiges dazu ein, warum ich zwar Julia Klöckners Tweet übers AfD-Wählen völlig daneben fand, warum ich aber gleichzeitig der Meinung bin, dass der Tumbler Die Methode Klöckner ungünstigerweise eine echte Kritik nahezu unmöglich macht. Blogposts, die das AfD-Wahlprogramm kommentieren oder sich in irgendeiner Form konstruktiv mit wichtigen Argumenten gegen diese Partei beschäftigen, waren in meinem Kopf schon halb ausformuliert. Auch der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf und die Tatsache, dass Ted Cruz politisch mindestens so unerträglich ist wie Donald Trump, beschäftigen mich. Die übermäßige Häufung von Links in den ersten Sätzen dieses Textes erklärt, warum ich all das bisher nicht aufgeschrieben habe: Es gibt schon alles.

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Grenzüberschreitungen

Längst schon wollte ich diesen Blogpost schreiben, aber wie so oft im Leben musste erst etwas passieren. Warum verschleppen wir Dinge so lange, bis sie uns keine Wahl mehr lassen? Wahrscheinlich, weil sie Schmerzen bereiten. Die Worte formen sich nur schwer in meinem Geist. Sie wollen nicht so recht heraus, sind sperrig und hölzern. Aber vielleicht müssen sie diesmal wehtun, so weh wie die Gedanken, denen sie eine Form zu geben versuchen.

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Sich wichtig nehmen

Meine Zwanziger bestanden zu großen Teilen darin, herauszufinden, wer ich bin und dem ein unglaubliches Gewicht beizumessen. Ich gratuliere an dieser Stelle allen, die diese Dekade für andere, vielleicht wichtigere Dinge genutzt haben. Bei mir war die Suche nach mir selbst, die ich auf allen möglichen Metaebenen zu reflektieren versuchte, sehr ausgeprägt. Ich war zehn Jahre lang ständig damit beschäftigt, mir Herausforderungen zu suchen, an denen ich wachsen konnte, und ich habe es geliebt, dieses Wachsen.

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Fluchtgeschichten

Der @kurzhaarschnitt hat hier über seine Oma gebloggt. Die @mettministerium hat hier über ihre Familie gebloggt. Die @meg_gyver hat schon letztes Jahr hier über sich selbst gebloggt. Fluchtgeschichten. Flüchtlingsgeschichten. Vertriebenengeschichten. Sie haben in diesem Sommer eine ganz neue Bedeutung bekommen.

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Früher war weniger Angst

Seit einer halben Ewigkeit liegt ein Tweet ungetwittert in meinem Entwürfeordner, weil ich nicht weiß, wie ich ihn zu Ende schreiben soll. Er besteht nur aus einem simplen Satz, an dem doch (m)eine ganze Erfahrungswelt hängt, und ich fürchte, dass ich ihn so nicht in die Welt schicken kann, denn er trägt für mich eine Bedeutung, die man da draußen wahrscheinlich nicht in ihm erkennen kann. Ich müsste ihn ergänzen, um mich zu erklären, aber ich weiß nicht, womit oder durch was. Bisher steht da nur: „Ich hatte mal so viel weniger Angst.“

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Hauptsache nicht Mitte 30!

Ist es eigentlich normal, dass man sich mit Anfang 30 irgendwie immer noch mit dem Erwachsenwerden auseinanersetzt? Es ist ein Klischee, ein unfassbar ausgelutschter Gemeinplatz, diese Überlegung: „Ich dachte, in meinem Alter hätte ich…“ Trotzdem scheint sich beinahe jeder damit zu beschäftigen. Ich dachte, mit Anfang 30 hätte ich…

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Die Bodenlosen

Ich habe mich gestern fürchterlich über etwas geärgert. Wie in 35% der Fälle, in denen ich mich fürchterlich ärgere, geht es um etwas, das ich auf Twitter gelesen habe. Sollte diese Quote jemals auf über 50% steigen, werde ich tatsächlich mal über Konsequenzen nachdenken müssen. Bis dahin werde ich einen kleinen Rant schreiben. Das hat ja auch was Kathartisches.

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Reisen heilt

Fernweh ist Teil meiner Persönlichkeit. Ich habe mich längst daran gewöhnt. Die Welt birgt einfach zu viele zauberhafte Wunder, um sich nicht danach zu sehnen, sie alle zu entdecken. Ich bin von Natur aus neugierig und wissensdurstig. Dass ich reiselustig bin, ist ein Nebenprodukt davon – genau wie meine Freude am Lesen. Meine Sehnsucht nach der Ferne ist die gleiche wie die nach Geschichten. Mich dürstet nach Erfahrungen. Ob ich sie in einem fremden Land oder vor der Haustür, in einem Buch oder im wahren Leben sammle, ist zweitrangig.

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